Über die Poetik eines Gepäckraums

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Um den alten Tempel herum
Wird jeden Tag getanzt,
Profan gesungen, fröhlich zelebriert.
Kleine Feuer werden täglich entzündet,
Um den leblosen Koloss warm zu halten.


Und heimlich öffnet er seine kaum faltigen Türen, wenn ihm neue Schätze zwischen den Stockwerken gewachsen sind.

Ich habe mich nie gefragt, wie es in den versteckten unterirdischen Räumen des Flughafens Schönefeld oder Tegel aussieht. Eigentlich versuche ich eher so wenig Zeit wie möglich in einem Flughafen zu verbringen. Der Tempelhofer Flughafen hingegen weckt mein Interesse. Das Gebäude bleibt stets geschlossen und das Feld, das ehemalige Rollfeld, ist immer voll mit Leuten, die dort chillen, grillen, spielen, und alle mögliche Hobbies ausprobieren. Die Geschichte des Orts ist natürlich sehr stark. So, dass jede*r sich freut, wenn für eine Veranstaltung die Tore des Gebäudes eine kurze Zeit geöffnet werden. Dieser Flughafen erregt bei allen eine sonderbare Faszination.

Das Projekt “˘Tempelhofer Wald” bietet eine Reihe von Veranstaltungen im Flughafen an: Vor allem Vorträge und Performances. Es gibt unter anderem drei künstlerische Parcours, die durch unterschiedliche Bereiche des Gebäudes führen. Ich konnte nur an der Exkursion Nr. 3 teilnehmen, auch “Gepäckraum” genannt.

Wir sind eine kleine Gruppe von Besucher*innen und folgen einer Führerin, die uns zuerst zum Haupteingang des Flughafens leitet.

Haluk Atalayman, “IN FORMATION” ©2019 Martin Walz

Da stehen wir vor dem Informationsschalter, hinter dem die ehemalige Gepäckabgabe noch zu sehen ist. Im Informationsschalter arbeitet der Künstler Haluk Atalayman, der seine Installation “IN FORMATION” weiter aufbaut. Die kleine durchsichtige Kabine füllt er mit biegsamen schmalen Brettern; die Kabine ist schon so voll, dass ich erst nach ein paar Sekunden merke, dass der Künstler sich tatsächlich darin aufhält. Da die Linie komplexe Kurven bilden, muss sich Haluk Atalayman langsam und aufmerksam innerhalb seiner Installation bewegen. Er hält ein Ende der Linie in der Hand und füllt damit weiter den Raum , in dem er die Latte nach weiterzieht. Es ist nicht zu sehen, wo die Linie anfängt, weil mehrere Fäden aus der Lüftung in der Decke kommen und sich in der Kabine verlieren. Haluk Atalayman trägt einen Gehörschutz. Ist es laut in seinem Schalter? Was könnte überhaupt laut sein? Wir beobachten sein langsames Fortschreiten von draußen und stehen in der Stille des früheren Flughafens. Es scheint, dass zwei parallele Welte sich für eine kurze Zeit gegenseitig treffen, ohne, dass sie in eine direkte Kommunikation treten können. Ich bin wie hypnotisiert und folge mit voller Konzentration den Wegen der Linie, die sich unendlich ausbreitet. 

Nach einiger  Zeit beginnt unsere Guide, ohne ein Wort zu verlieren, wieden weiter zu laufen und wir folgen ihr, gespannt auf die nächste Begegnung. Ein paar Meter weiter sitzt die Künstlerin Martina Hefter in einer kleinen Nische, wo sie versucht, ein imaginäres Schlafzimmer einzurichten. Mit einem Maßband hält sie fest, wo das Bett, der Schrank, das ganze Mobiliar stehen würde. Sie hat ein paar farbige Requisiten dabei: unter anderem zwei Klötze, ein kleines Pferd und einen Tannenbaum aus Plastik. Sie platziert sie in den Raum und deutet, was diese Gegenstände verkörpern könnten. Mal stehen sie für konkrete Elemente (die Klötze sind der Schrank, usw.) und unterstreichen damit die Vorstellung des hypothetischen Schlafzimmers, mal stehen sie für abstrakte Konzepte wie das Dunkle, das Helle, die Liebe, das Lustige oder die Verwirrung. Martina Hefters tänzerische Bewegungen und ihr ständiger Wechsel zwischen kindlicher und ernster Redeweise setzen die ganze Performance in den Bereich des inszenierten Spiels. Auch hier wird mit uns kommuniziert, als würden wir hinter einer Glasscheibe stehen.

Als wir mit unserer Führerin zusammen den Raum verlassen, blickt uns die Künstlerin hinterher mit einem ehrlichen Lächeln. Sie ist aus ihrer Rolle ausgestiegen und dieses Lächeln hat mich bisher nicht verlassen.

Susanne Stock ©2019 Martin Walz

Wir halten vor einem langen Flur, wo die Musikerin Susanne Stock auf einem Stuhl sitzt. Sobald wir vor ihr stehen, stimmt sie eine ungewohnte Melodie auf ihrem Akkordeon an. An ihren Füßen liegt ein Blatt Papier mit einem Gedicht von Louis Aragon.

“Il pleut des fleurs Le printemps / Est venu trop vite / Les bourgeons se sont ouverts d’erreur / … / … / Ainsi toujours / Les idées”
 “Es regnet Blüten Der Frühling / Ist zu schnell gekommen / Die Knospen haben sich irrtümlicherweise geöffnet / … / … / So wie immer / Die Ideen”

Die Musik ist disharmonisch und weckt die Neugierde. Es handelt sich um ein Stück von Annette Schlünz – “Journal n° 6” -. Je länger sie spielt, je tiefer verstehe ich das Gedicht. Die Wörter scheinen den Weg der Noten zu treffen, um zusammen einen Sinn zu ergeben.

John Eckhardt ©2019 Martin Walz

Wir laufen weiter, ein paar Treppen hinunter und befinden uns nun in den unterirdischen Räumen der Gepäckablage. Vermutlich da, wo das Gepäck damals sortiert wurde. Das alte Rollband ist noch makellos. Es sieht so aus, als hätte sich nichts geändert. Nur der Staub und manche gebrochene Fenster zeugen von der vergangenen Zeit. Die herrschende Stille wird vom Klang eines Kontrabass unterbrochen. Es ist das erste Mal, dass wir den Raum zusammen mit einem*r Perfomer*rin teilen. In diesem leeren No-Man’s-Land spielt John Eckhardt Ausschnitte vom selbstkomponierten Stück “XYLOBIONT – ear to the wood”. Obgleich sie gar nicht dafür erdacht wurde, ist die Akustik in dem Raum erstaunlich schön. Die Melodie fasziniert, weil sie mal sehr weich, mal disharmonisch ist. Daraus ergibt sich ein eigenartiger Eindruck, eine Art verführerische Instabilität, die die Merkwürdigkeit der Situation wunderbar reflektiert. Der funktionale, betonierte staubige Gepäckraum trifft den Klang eines Kontrabass.

Danach werden wir zu Frank Willens’ Performance “In the Midst” geführt. Der Schauspieler inszeniert sich hierbei in einem Box-Training. Er steht allein in einem Raum, der von unserem durch ein Drahtgitter getrennt ist. Er trägt einen roten Ganzkörperanzug und boxt gegen einen Sandsack. Die grelle Beleuchtung blendet und macht es schwer zu erkennen, was für Gegenstände um ihn herum stehen. Nach einigen Minuten läuft er los, hinaus aus seinem Käfig, lässt die Türe weit offen, verschwindet kurz und taucht wieder ein paar Meter weiter auf, rennt weiter, weiter hinab in eine Art Lagerraum, in dem er in der Dunkelheit verschwindet. Plötzlich sind laute Trommelschläge zu vernehmen und Ausrufe. Der Künstler scheint den immer gleichen Satz zu wiederholen; Als wäre er in einer Art Trance versunken. Auch wenn er uns nicht sichtbar ist, verbindet uns der gemeinsame Raum der Akustik. Die Trommelschläge werden intensiver und mit ihnen werde aus den Ausrufen immer mehr Schreie. Er versucht lauter zu schreien, lauter als die Trommel, auf die er schlägt. Durch die Gesten, die Stimme, die Farben, die Handlungen und die nun einsetzende stroboskopartige Beleuchtung übermittelt die Performance eine Aggressivität und hinterlässt ein Gefühl von Verständnislosigkeit, die schwierig sind, zu analysieren.

Anna Weißenfels ©2019 Martin Walz

Sobald Frank Willens’ Trommel schweigt, müssen wir ihm auch schon den Rücken zuwenden, um Anna Weißenfels’ Performance zu sehen. Diese wird am Ende der Halle gespielt. Da, wo mehrere kurze Flure in der Breite der Halle nebeneinander mit offenen Türen stehen. In der Ferne sieht man das Tempelhofer Feld. Eine schöne Landschaft, die von der einsetzenden Dämmerung allmählich verdüstert wird. In einem der Flure steht Anna Weißenfels in einem hellblauen Kostüm. Der Stoff ist leicht und der Schnitt ist weit gefasst in Richtung der Beine, so dass die Hose fröhlich zittert nach Lust und Laune des Winds. Anna Weißenfels steht vor einer Tür zwischen zwei Fluren. Sie tritt auf mit lauten Schritten, bleibt dabei aber an gleicher Stelle. Sie gibt Impulse, bleibt aber hinter der Tür. Bis sie mit einem Mal Schwung holt, durch die Tür schreitet und beginnt zu singen. Ihr wortloser Gesang ist geprägt durch ihre bezaubernde Stimme, die die vorherige Performance stark kontrastiert. Mit lauter Stimme entfernt sich Anna Weißenfels von uns. Sie läuft in die Richtung des Rollfelds. Sie entschwindet, aber ihre Stimme bleibt nah an mir. Die wachsende physische Distanz scheint durch ihren Gesang und die magische Atmosphäre aufgehoben zu sein.

Die nächste Performance befindet sich im Erdgeschoss des Gebäudes. Nach ein paar Treppenstufen stoßen wir auf drei seltsame Menschen. Peter Cant, Danilo Shramenko, und Mathis Kleinschnittger. Sie empfangen uns verkleidet und haben zahlreiche Requisiten bei sich: Bälle, Koffer, Federbälle, Handtücher, Kescher… an uns werden Salzbrezeln verteilt. Laut dem Performer, der sie ausgibt, wären diese so salzig, dass wir die Hitze vergessen werden, um uns auf den Durst zu fokussieren. Dann werden uns Bälle zugeworfen, Requisiten und Kleidungen verteilt, die wir anziehen müssen. Wir werden dazu gebracht, miteinander zu spielen. Es ist die einzige Performance, in der wir tatsächlich aktiv mitmachen sollen. Ein Performer spielt Musik auf seinem Handy, Bälle fliegen überall herum, alle Beteiligten lächeln in diesem chaotischen Spiel. Allmählich interagieren die Performer weniger mit uns: jeder hat ein eigenes Spielzeug gefunden und spielt allein. Sie erinnern mich dabei an Katzen, wie sie das Interesse am gemeinsamen Spiel verlieren, weil sie eine neue Faszination für ein Gummiband oder für ein altes Blatt Papier entdecken.

Nach dieser Spielpause laufen wir durch einen langen Flur, um wieder fast zum Ausgangspunkt der Exkursion anzukommen. In diesem Korridor ist noch die Klanginstallation “Timber!” des Künstlers Max Kullmann zu hören. Es ist eine Mischung von wahrscheinlich verstärkten Geräuschen, von denen es mir nicht möglich erscheint diese zu differenzieren, geschweige denn diese zu identifizieren. Ich höre jedoch, dass die Geräusche zu einem anderen Ort gehören. Sie wurden woanders eingefangen, verstärkt, und hier platziert. Visuell besteht die Installation nur aus Lautsprecherboxen, die auf dem Boden liegen. Den Künstler sieht man nicht. So, dass man sich nur auf den Zusammenhang zwischen dem Raum und den Geräuschen konzentriert. Die eigentliche Stille des Gebäudes betont die Merkwürdigkeit der Aufnahmen. Und die Aufnahmen wiederum akzentuieren die Stille des Orts, denn sie kommen eindeutig aus einem anderen Kontext und aus einem anderen akustischen Raum. Die zwei Elemente der Installation – der Raum und die Geräusche – verstärken gegenseitig ihre Anwesenheit und Eigenartigkeit.

Am Ende fällt es mir sehr schwer, diese Performances miteinander zu verbinden und zusammen zu analysieren. Sie haben mich so unterschiedlich berührt und haben so viele Gedanken in mir hervorgerufen, dass ich kaum weiß, warum sie so gut zusammen funktionieren. Vielleicht ist es auch nicht schlimm: Im (Tempelhofer) Wald wachsen unterschiedliche Leben, die sich gegenseitig unterstützen und ergänzen. Im Wald sieht man die Wurzeln nicht, die die Bäume zusammen verbinden. Man kann sie sich aber immer einbilden.

Julia Ben Abdallah

Titelbild: ©2019 Martin Walz

Tempelhofer Wald – 23.08. - 15.09.2019 
Ein Micamoca Projekt
https://www.tempelhoferwald.berlin/
©2019 Martin Walz

The poetic of a luggage room

Around the old tempel
People dance everyday, they
sing, they celebrate joyfully.
Little fires are lightened
to keep the giant warm.

And he opens secretly his doors, which are not even wrinkled, when new treasures have grown between his floors.

I have never wondered what it looks like in the underground spaces of Schoenefeld or Tegel Airport. Actually, I always try to spend as less time as possible in an airport. The Tempelhof airport, on the other hand, awakes my interest. The building remains permanently closed and the field, the former airfield, is always full of people chilling, grilling, playing and trying out all kinds of hobbies. Of course the history of the place is very strong. So that everyone is pleased when the gates of the building are opened for a short time to host an event. This airport inspires a strange fascination in everybody.

The project „˘Tempelhofer Wald“ offers a series of events inside the airport: Mainly lectures and performances. Among other things, there are three artistic parcours that lead through different areas of the building. I could only participate in excursion no. 3, also called „Luggage room“.

We are a small group of visitors and follow a guide who leads us first to the main entrance of the airport.

Haluk Atalayman, “IN FORMATION” ©2019 Martin Walz

There we stand in front of the information desk, behind which the former baggage claim can still be seen. At the information desk the artist Haluk Atalayman is working on his installation called IN FORMATION. He fills the small transparent cabin with flexible narrow boards; the cabin is already so full that I only realize after a few seconds that the artist is actually in it. Since the line forms complex curves, Haluk Atalayman has to move slowly and carefully within his installation. He holds one end of the line in his hand and continues to fill the space by pulling the board. It is not possible to see where the line begins because several threads come from the ventilation in the ceiling and get lost in the cabin. Haluk Atalayman wears a hard hat. Is it loud in his desk? What could possibly be loud? We observe his slow progress from outside and stand in the silence of the former airport. It seems that two parallel worlds meet for a short time without being able to interact directly. I am hypnotized and follow with full concentration the paths of the line that spreads infinitely.

After a while, our guide starts walking without saying a word and we follow her, eager for the next encounter. A few meters further the artist Martina Hefter sits in a small alcove where she tries to furnish an imaginary bedroom. With a measuring tape she records where the bed, the wardrobe, all the furniture would stand. She has a few coloured items with her: among other things two blocks, a small horse and a plastic tree. She places them in the room and indicates what these objects could embody. Sometimes they stand for physical elements (the blocks are the wardrobe, etc.) and thus underline the idea of the hypothetical bedroom, sometimes they stand for abstract concepts such as the dark, the light, the love, the funny or the confusion. Martina Hefter’s dancing movements and her constant alternation between childlike and serious ways of speaking place the entire performance in the realm of the staged game. There is no possibility of direct communication neither here.

When we leave the room together with our guide, the artist looks at us with an honest smile. She has left her role and that smile hasn’t left me yet.

Susanne Stock ©2019 Martin Walz

We stop in front of a long corridor where the musician Susanne Stock sits on a chair. As soon as we stand in front of her, she plays an unusual melody on her accordion. On her feet lies a sheet of paper with a poem by Louis Aragon.

“Il pleut des fleurs Le printemps / Est venu trop vite / Les bourgeons se sont ouverts d’erreur / … / … / Ainsi toujours / Les idées”
“It’s raining flowers The spring / has come to fast / The buds opened by mistake / … / … / So always / The ideas”

The music is disharmonic and arouses curiosity. It is a piece by Annette Schlünz – Journal n° 6 -. The longer she plays, the deeper I understand the poem. The words seem to meet the path of the notes in order to make sense together.

John Eckhardt ©2019 Martin Walz

We walk on, a couple of stairs down and we reach the underground rooms of the luggage storage. Probably where the luggage was being sorted back then. The old conveyor belt is still intact. It looks as if nothing has changed. Only the dust and some broken windows are evidences of the past time. The silence is interrupted by the sound of a contrabass. This is the first time that we share the room with a perfomer. In this empty no-man’s land John Eckhardt plays excerpts from the self-composed piece XYLOBIONT – ear to the wood. Although it was not even conceived for this purpose, the acoustics in the room are amazingly beautiful. The melody is fascinating because it is sometimes very soft, sometimes disharmonic. The result is a strange impression, a kind of seductive instability that wonderfully reflects the singularity of the situation. The functional, concreted dusty luggage room meeting the sound of a contrabass.

Then we’ll be led to Frank Willens‚ performance, In the Midst. The actor stages himself in a box training session. He stands alone in a room that is separated from ours by a wire mesh. He wears a red full-body suit and boxes against a sandbag. The bright lighting is blinding and makes it difficult to recognize the objects around him. After a few minutes he runs off, out of his cage, leaves the door wide open, disappears briefly and reappears a few meters away, runs on, further down into a kind of storage room where he disappears in the darkness. Suddenly we hear loud drumbeats and calls. The artist seems to repeat the same sentence over and over again; as if he were sunk in a kind of trance. Even if he is not visible to us, the common space of acoustics connects us. The drumbeats become more intense and with them the calls become more and more cries. He tries to shout louder, louder than the drum he hits. Through the gestures, the voice, the colours, the actions and the stroboscopic lights, the performance conveys an agressivity and leaves a feeling of incomprehension that is difficult to analyse.

Anna Weißenfels ©2019 Martin Walz

As soon as Frank Willens‘ drum is silent, we have to turn our backs on him to see Anna Weißenfels‘ performance. This is played at the end of the hall. In the distance one can see the Tempelhofer field. A beautiful landscape, which is gradually darkened by the beginning twilight. In one of the corridors stands Anna Weißenfels, wearing a pale blue costume. The fabric is light and the cut is wide in the direction of the legs, so that the trousers shiver happily in the wind. Anna Weißenfels stands in front of a door between two corridors. She walks with loud steps, but remains in the same place. She gives impulses, but stays behind the door. Until all of a sudden she steps forward and starts singing. Her wordless song is characterized by her enchanting voice, which strongly contrasts the previous performance. Anna Weißenfels moves away from us singing loudly. She runs in the direction of the tarmac. Her voice remains close to me as she is disappearing. The increasing physical distance seems to be cancelled out by her singing and the magical atmosphere.

The next performance is located on the ground floor of the building. After a few steps we come across three mysterious persons. Peter Cant, Danilo Shramenko, and Mathis Kleinschnittger. They receive us in disguise and have plenty of items: balls, suitcases, shuttlecocks, towels, nets… We are given salt pretzels. According to the performer who gives them out, they are so salty that we will forget the heat to focus on thirst. Then we are given balls, props and clothes to wear. We are forced to play together. It’s the only performance in which we are actually actively involved. A performer plays music on his mobile phone, balls fly around everywhere, everyone smiles in this chaotic game. Gradually the performers interact less with us: each of them has found his own toy and plays alone. They remind me of cats, how they lose interest in playing together because they discover a new fascination for a rubber band or an old sheet of paper.

After this break we walk through a long corridor to almost arrive back at the starting point of the excursion. Our steps slow down as we hear a sound installation in the passageway. The piece is called Timber!, by the artist Max Kullmann. It is a mixture of amplified noises; it seems impossible to me to identify or even differentiate them. I hear, however, that the sounds belong to a different place. They were captured somewhere else, amplified, and placed here. The installation is aesthetically very minimalistic: it consists of loudspeakers lying on the floor of the long passageway. The artist remains unseen. So that one concentrates only on the relationship between the space and the sounds. The actual silence of the building emphasizes the singularity of the recordings. And the recordings underline the silence of the place, because they clearly come from a different context and from a different acoustic space. Thus the two elements of the installation – the space and the sounds – reinforce each other’s presence and peculiarity.

In the end, I find it very difficult to connect these performances and analyze them together. They have touched me in so different ways and have aroused so many thoughts that I hardly know why they work so well together. But maybe it’s not so important: Different kinds of lives grow together in the (Tempelhofer) forest, which support and complement each other. In the forest you don’t see the roots that connect the trees together. But you can always imagine them.

Julia Ben Abdallah

Cover: ©2019 Martin Walz

Tempelhofer Wald – 23.08. - 15.09.2019
A project by Micamoca
https://www.tempelhoferwald.berlin/

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